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Schematherapie: "Die zunehmende Psychologisierung von Lebensproblemen und der Trend zu Social Media-Selbstdiagnosen stellen die Psychotherapie vor neue Herausforderungen: Wir begegnen Menschen, die psychisches Leid zunehmend als Identität begreifen und Therapie als Ort der bedingungslosen Bestätigung suchen. Genau hier liegt unsere Chance. Die Schematherapie ist kein ´Pflaster´ für diffuse Unzufriedenheit, sondern ein Präzisionswerkzeug zur Veränderung," fokussieren Yvonne Reusch und Gitta Jakob in ihrem Beitrag zur Fachzeitschrift ´Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin´. Die zieloffene Suchtarbeit versteht ihre Klienten als entscheidungsfähig und veränderungsbereit; die Klienten reflektieren und bestimmen das Behandlungsziel: Abstinenz oder Konsumreduktion oder Konsumänderung zur Schadensminderung. "Zieloffene Suchtarbeit ist eng mit partizipativer Entscheidungsfindung verbunden, bei der Fachkräfte ihre Expertise einbringen, ohne die Entscheidungshoheit der Klienten zu unterlaufen," formuliert Prof. Dr. Joachim Körkel in der Fachzeitschrift `RAUSCH - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie` 1/2-26. In Einzelbeiträgen beschreiben die AutorInnen, wie Suchtarbeit durch Zieloffenheit erfolgreicher werden kann. Bei den Erwartungen an eine psychiatrische bzw. psychotherapeutische Behandlung ist grundsätzliche Bescheidenheit realistisch. Die Psychiater Dr. Paraskevi Mavrogiorgu und Prof. Dr. Georg Juckel (Universitätsklinik Bochum) verdeutlichen die engen Grenzen ihrer Arbeit in ihrem Beitrag zum Reader "Ethische Entscheidungssituationen in Psychiatrie und Psychotherapie".
Allein der legale Glücksspiel-Umsatz lag in Deutschland 2024 mit 69,1 Milliarden Euro deutlich höher als aktuell der deutsche Verteidigungshaushalt mit 62,43 Milliarden Euro. "Außerdem existiert ein illegaler Markt von Sportwetten, virtuellen Automatenspielen, Online-Casinospielen, Online-Poker sowie Online-Zweitlotterien," berichtet das Jahrbuch Sucht 2026. Etwa zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet unter einer Spielsucht ("Glücksspielstörung"). Was ist aus dem innovativ-integrativen Spirit der Schematherapie geworden? Trägt er weiter? Welche substantiellen neuen Entwicklungen erlebt die Schematherapie? Dr. Eckhard Roediger (Herausgeber) und Kolleginnen bieten in Verhaltenstherapie&Verhaltensmedizin (3/4-25) einen ebenso reichhaltigen wie kritischen Überblick. Für eine qualifizierte Supervision in der Verhaltenstherapie fordert Dr. Kurt Quaschner eine "Kultur der (Selbst-)Hinterfragung und (Selbst-)Kritikfähigkeit. Hinterfragen wird dabei zunächst als eine Strategie verstanden, einen individuellen Therapiefall auf einer umfassenderen, breiteren Art und Weise zu konzeptualisieren als dies in einem strikt auf Therapietechniken bezogenen, standardisierten Vorgehen der Fall ist." Gleichzeitig "richtet sich Hinterfragen auf die allgemeinen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen von Psychotherapie", postuliert Quaschner in seinem Beitrag zum Standardwerk "Praxisbuch VT-Supervision" (Hrsg. Gerhard Zarbock). Immer mehr Männer, die mit Männern Sex teilen, verstärken seine Wirkung durch Drogen: Chemsex verbreitet sich v.a. in großstädtischen Szenen. Beteiligte sind oft gesundheitlich, psychisch, sozial gefährdet und erleben oder befürchten Diskriminierung. Vierzehn Insider haben für Selbsthilfe und Beratung einen Reader zusammengestellt. Er leitet an, möglichst schadlos mit Chemsex zu leben. "Trotz Inkrafttreten der Cannabisgesetze am 1. April 2024 verbreiten sich sowohl synthetische als auch halbsynthetische Cannabinoide - wie z.B. HHC - weiterhin auf dem Rauschgiftmarkt," berichtet das Jahrbuch Sucht 2026. Ein Slalom durch die Weltliteratur gerät der Germanistin und Theologin Juliane Vieregge zu einem Plädoyer für Leidenschaft: Ihr Essay "Die Perle in der Auster" widerspricht einem sicherheitsbewussten, skeptischen Zeitgeist. Der Text ist inspirierend geschrieben, persönlich - u.a. mit einem Postulat des Psychotherapeuten Hans-Joachim Maaz: "Am besten ist die Partner-Liebe, die durch guten Sex bereichert wird, und der Sex, der durch Liebe geadelt wird." Die Zahl der Post-Covid-Erkrankten wird auf mehr als zwei Millionen in Deutschland geschätzt. Positive Erfahrungen mit Psychotherapie und somatischen Verfahren berichtet die Fachzeitschrift ´Psychosoziale & Medizinische Rehabilitation´ in ihrer Ausgabe 1/2026. Eine zieloffene Suchtbehandlung empfiehlt Prof. Dr. Joachim Körkel für unterschiedlichste Therapiesettings. Er beschreibt die Vorzüge und konkreten Vorgehensweisen in RAUSCH - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie (1/2-25). "Zieloffene Suchtbehandlung bedeutet, mit Menschen an einer Veränderung ihres problematischen Suchtmittelkonsums zu arbeiten - und zwar auf das Ziel hin, das sie sich selbst setzen. Das Ziel kann in Abstinenz, Reduktion (z.B. kontrolliertes Trinken) oder Schadensminderung (Übergang zu einem weniger schädlichen Konsum bei gleicher Konsummenge) bestehen."
Jeder Mensch hat seine (meist unbewusste, implizite) Lebensphilosophie. Bei einer psychischen Störung spielt sie eine wesentliche Rolle. Daher können philosophische Gespräche einen wesentlichen therapeutischen Beitrag leisten. Der Psychotherapeut und Philosoph Professor Dr. Martin Poltrum (Wien) stellt Möglichkeiten in seiner Monografie ´Klinische Philosophie´ vor: Philosophie, möglichst im Kontext von Ästhetik, als Therapeutikum.
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